Der Magenballon – Die Lösung für alle Diät-Müden?

26. August 2010 von Andreas Hadel   Kommentar abgeben

Magenballon

In den deutschen Arztpraxen lässt sich immer häufiger Informationsmaterial zum sogenannten Magenballon finden. Die Behandlungsmethode, die ursprünglich für schwere Fälle von Adipositas entwickelt wurde, scheint nun für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu werden. Für uns Grund genug, diese Methode etwas näher zu betrachten.


Funktionsweise
Der Magenballon wird über die Speiseröhre in den Magen eingeführt und mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Das Fassungsvermögen des Magens wird dadurch verkleinert, wodurch der Abnehmwillige automatisch weniger essen kann. Durch die künstlich-herbeigeführte Reduktion der Kalorienzufuhr, kann der Träger eines Magenballons abnehmen und sich dabei trotzdem satt fühlen. Wenn das Wunschgewicht erreicht ist, wird der Magenballon wieder entfernt. Im Vergleich zum Magenband oder einer Magenverkleinerung entstehen bei dem Einsetzen eines Magenballons keine Operationsnarben. Die Kosten für eine Magenballon-OP beginnen im Durchschnitt bei 2000 Euro. Einige Ärzte und Kliniken bieten eine begleitende Therapie an, wobei dann häufig ein Aufpreis notwendig wird.

Kritik
Was in der Theorie nach einer durchaus plausiblen und augenscheinlich effizienten Vorgehensweise klingt, erweist sich in der Praxis mitunter als schwierig. Wer sich für einen Magenballon entscheidet, muss in den ersten zwei bis drei Wochen mit starken Bauchschmerzen und Übelkeit rechnen. Ferner erhöht sich das Risiko, Magengeschwüre zu erleiden. Eine weitere Nebenwirkung ist, dass der Magen auf Grund des Fremdkörpers vermehrt Flüssigkeit absondert. Wird dieser Flüssigkeitsverlust nicht durch regelmäßiges Trinken ausglichen, kann es zur Dehydration kommen.

Die meisten Träger gewöhnen sich jedoch innerhalb von einer Woche an den Magenballon und erlangen das volle Wohlbefinden zurück. Obwohl der Magenballon das Abnehmen erleichtert und in relativ kurzer Zeit einen hohen Gewichtsverlust ermöglicht, ist er doch kein Ersatz für das Annehmen und vor allem das Erlernen eines gesunden Essverhaltens. Sobald der Magenballon wieder entfernt wird und der Träger in der Zwischenzeit nicht erlernt hat, eine ausgewogene Ernährung einzuhalten, ist der Jo-Jo-Effekt garantiert. Daher ist der Magenballon vorrangig im Rahmen einer Mehrschritttherapie sinnvoll.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Keine direkt passenden Artikel gefunden, aber dieser könnte interessant sein: Muskelaufbau.

1.351x gelesen

VN:F [1.9.1_1087]
Deine Bewertung für den Text
Wertung: 0.0/5 (0 Stimmen gesamt)

Als Lesezeichen speichern:

Sagen Sie uns Ihre Meinung