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Eine Woche Yoga-Entspannungsreise aus Sicht des Yogalehrers

Yoga Reise nach Mallorca

Du wachst in deinem warmen Bett auf, die Sonne spiegelt sich auf dem Meer, sie steht noch tief  um sich auf die tägliche Reise zu begeben. Deine Nase riecht die ersten Düfte der Insel…

So oder so ähnlich könnte der Bericht beginnen. Tut er aber nicht.

Wir sind auf Mallorca im Osten der Insel. Die erste Nacht ist vorbei. Das Meer in Sichtweite. Es ist halb acht, ich drehe meine ersten Runden im erfrischenden Pool im Garten unserer Finca. Die Finca ist ziemlich groß, hat 10 Betten und bietet viel Raum zum Atmen. Ich bin immer wieder überrascht, dass ich anfangs Teilnehmer begrüße, die ich danach nicht mehr wieder erkenne…

Jeden Morgen, manchmal ist es schon wirklich früh, werden die Teilnehmer von Musik geweckt – ist besser als ein Wecker. Christoph/Anna bereitet Tee und Ayurveda-Wasser vor. Ayur-was? Naja, jedenfalls tut es gut. Eine angenehme Wärme breitet sich im Bauch aus. Genau das richtige um mich am Pool auf die Yogamatte zu legen und die frühlingshafte Luft zu spüren, die mich umgibt.

Langsam kommen die Teilnehmer runter. In meditativer Stille begrüßen wir den Morgen und beginnen uns dynamisch aufzuwärmen…zu atmen…wahrzunehmen…zu fühlen. Sonnengruß und Co machen uns weit und weich, der Atem wird tiefer…wir fließen gemeinsam und lösen die Starrheit des Alltags auf.

Nach 90 Minuten blicke ich in zufriedene Augen. Stille. Das Wasser im Pool plätschert vor sich hin, der angenehm warme Wind streicht uns über die Haut. Sind die Teilnehmer schon angekommen?  Ihnen geht es jedenfalls gut.

Der Koch hat tolle ayurvedisch-vegetarische Speisen vorbereitet. Es gibt Brot, Früchteteller, Käse, Oliven und Feigen vom Baum gegenüber, süßer Brei – so etwas würde ich daheim nicht zaubern…. Hier bekomme ich es. Jeder Bissen ist ein neues Geschmackserlebnis. Er bekommt schon wieder mehr Lob als ich…sind die nur zum Essen hergekommen?

Tagsüber freue ich mich auf die Unternehmungen. Einige gehen vor in die Bucht zum schwimmen, die anderen fahren mit Ihrem Mietauto in die Berge. Wieder freue ich mich über den unkomplizierten Umgang der Teilnehmer untereinander, die sich erst seit kurzem kennen.

Ich spüre, wie wir nach den ersten Tagen offener und entspannter werden. Die Abende werden länger, die ersten Kerzen werden ersetzt, immer ein Zeichen für gute Gespräche. Liegt das am Wein oder am Yogitee? Hauptsache es wirkt.

Die Yogastunden werden freier, das Atmen fällt leichter. Loslassen in den Vorwärtsbeugen, offene Herzen in den Rückbeugen – überhaupt glaube ich, alle werden gerade entspannter, gelassener. Die muskulären Dehnungen beruhigen unseren Geist. Wir kommen immer mehr im Hier und Jetzt an – das ist unsere Stärke. Uhrzeit egal – wir gehen nach unserem Gefühl. So auch der spontane Sprung in den Pool.

Wir haben eine Woche Zeit für uns. Ich beginne zu malen. Unter einer Palme. Wahnsinn. Die Slackline ist aufgespannt und dient zum Gleichgewichtstraining. Ja ja ich weiß: Das innere Gleichgewicht bestimmt das äußere – und umgekehrt. Weiter mit Yoga.

Emotionen werden frei- wir beginnen durchlässig zu werden. Durch das tägliche Praktizieren früh und abends berühren wir tiefliegende innere Bereiche, öffnen geistige Tore und emotionale Schleusen und erleichtern uns weiter und weiter – jeder auf seine Art und Weise. Alles kann – nichts muss. Bisher wurde jeder aufgefangen. An diesem Ort ist das selbstverständlich.

Abends geht’s zum Bergyoga. Wir praktizieren in den Sonnenuntergang. Loslassen vom Tag, vom Erlebten, von der Vergangenheit. Wir haben Zeit zum Verarbeiten. Die Sonne ist weg. Und trotzdem da. Wir beginnen zu leuchten. Jeder auf seine Art. Die Augen werden heller. Die muskuläre Rüstung ist abgelegt. Die Antennen sind weit. Wir sind sensibler geworden. Atmen wir noch durch die Nase oder schon durch unsere Haut – einige umarmen sich – ich glaube wir atmen durch uns hindurch. Vielleicht kullert die ein oder andere Freudenträne. Das Geschenk ist ausgepackt. Ging schneller als gedacht. Wir sind wieder Mensch in voller Schönheit geworden! Wir leben unsere Potenziale! Wir nehmen an, wir sind dankbar, wir lieben. Es gelingt uns, unsere Herzen zu öffnen. Wir beschenken uns selbst. Schön langsam und liebevoll…jeder in seinem eigenen Tempo. Bis Du Dich dann selbst in den Händen hältst und feierst.

Ich hätte den Artikel auch „Verabredung mit dem Leben“ nennen können. Je freier und ungezwungener wir sind, je kleiner unsere Erwartungen sind, desto lebendiger sind wir im Hier und Jetzt. Das erlebe ich immer wieder an diesem zauberhaften Ort auf Mallorca. Wir schenken dem Augenblick, der Gegenwart die größte Aufmerksamkeit. Durch die Meditation, dem Yoga und dem genussvollen Essen werden wir darin immer besser. Willkommen im Leben!

Viel Spaß beim Geschenk auspacken.
Ich mach mal weiter…hab noch eine Verabredung mit dem Leben

Sonnengruß,
Euer Alex

Weitere Informationen und Anmeldung bei friedrich31.yoga

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